Gefühlt war es zu Zeiten des Korea-Kriegs PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Malteser   
Dienstag, 09. Februar 2016 um 13:21

Malteser hat nach eigener Aussage länger überlegt, die Giants zu verlassen und wieder etwas weiter nördlich bei den Patriots anzuheuern. Dort feierte er vor seinem Wechsel in die Wüste Arizonas und dann in den Big Apple seinen letzten – und einzigen - (sportlichen) Erfolg seiner D-Fools Karriere. „Aber ich habe nicht umsonst Ende der letzten Runde das grandios misslungene Defensive Play Nr. 7 ausgepackt und die letzten Partien absichtlich verloren,“ erklärte er, warum er sich gegen den GM-Job in Foxboro und für den Verbleib bei den Giants entschieden hat. Die Aussage stieß auf einige spontane Reaktionen aus der aktuellen und ehemaligen Manager-Gilde: „Endlich einmal hat er mit seiner Aufstellung erreicht, was er wollte,“ spendete JensMJ mit ironischem Unterton Beifall; „Malteser erfolgreich? Das war zu Zeiten des Vietnam- oder sogar des Korea-Krieges, oder?“ äußerte sich der längst ins Retirement verschwundene Marco Hillmer, dessen Panthers in der Saison 10 sensationell den Patriots im SuperBowl unterlegen waren.

 

Malteser tröstete sich über die Entscheidung, nicht nach New England zurückzukehren, hinweg, indem er in der Free Agency den Pro-Bowl Runningback der Patriots, LeMar Travis, nach New York lotste. Mit Werner Muempfer (wenn der nicht noch vertradet wird) und Adolphe Orso soll der 27jährige ein „unstoppable“ Backfield bilden. „Das wird Malteser schon durch sein grandioses Coaching zu verhindern wissen,“ ist sich allerdings Meistermacher Martin Eisenlauer sicher, der allerdings darum bat, diese Aussage auf kleiner Flamme zu kochen und nicht gleich in der Bild-Zeitung publik zu machen.

 

Dass bei Malteser das Interesse an der D-Fools wieder erwacht zu sein scheint, liegt weniger an der Aufmerksamkeit, die der Zirkus NFL derzeit in Deutschland entfacht und noch viel weniger an den ‚fachmännischen‘ Kommentaren der Ran-Reporter („Ich glaube, da habe ja ich mehr Ahnung vom Football als Buschmann, Schmidt-Sommerfeld und Killing und vor allem dieser Freak, der es nicht einmal schafft, einen Satz aus dem Ran-Blog fehlerfrei vorzulesen“). Er erklärt es damit, dass er einerseits verärgert seine Stellung als Manager von Shalom Petah Tikva bei Online-Soccer aufgegeben hat („Das Spiel geht leider extrem den Bach runter! Da ist sämtlicher Spaß weg.“) und andererseits durch eine glückliche Fügung endlich einmal wieder an einem Draft live und in persona teilnehmen konnte, weil das Fußballtraining wegen einer Überschneidung mit einem anderen Team für jenen Montag abgesagt worden war. Denn: „So ein Draft macht schon Spaß, auch wenn ich erstmal für minutenlange Pause gesorgt habe, weil ich vor lauter Vorfreude beim Sortieren meiner Excel-Tabelle vergessen habe, auch die Namensspalte zu markieren und mitzusortieren.“

So drafteten die Giants nicht nach der sorgfältig ausgeklügelten Vorauswahl des GM, sondern dieser musste sich regelmäßig spontan entscheiden. Dass das der Grund für eine relativ gelungene Auswahl der Draftees war, wird in Expertenkreisen mehr oder minder offen gemunkelt. Natürlich liegt es auch daran, dass die Giants dieses Mal mit neun Draftpicks in den beiden ersten Runden besonders oft an der Reihe waren. So ärgerte sich Malteser zunächst, in der Hektik Wesley Fryar (CB) an Nr. 4 gepickt zu haben, aber der Defensive Backfielder bestätigte im Trainingscamp seine Qualitäten und legte im Schnelligkeitstraining sogar noch einen Zahn zu. Die drei weiteren First-Round-Picks der Giants, Jeremiah Dudley (OLB), Willy Kelly (CB) und Judas Larocco (DE) entwickelten sich sehr unterschiedlich. Didley zeigt Star-Qualitäten, während die anderen beiden ihre Vorschusslorbeeren nicht bestätigen konnten. Umso mehr überzeugte dafür Arkadiusz Wolf, der vermutlich sogar Giants-Ikone Lawry zeitnah den Startplatz auf ILB streitig machen dürfte, und auch die an Nr. 45 bzw. 47 gedrafteten Dorian Tipp (OLB) und Curadin Hernandez (SF) verbesserten sich in der inoffiziellen Bewertung der Akteure von C/B auf B/A.

 

Aktualisiert am Dienstag, 09. Februar 2016 um 13:23